Kleinstadtkind

Wie soll ein Mensch das ertragen.

- Ich bin ein trauriger Clown
im leeren Zirkuszelt
ich hab mich selbst verführt -


Ich melde mich so selten, ja ich weiß, ... aber manchmal denkt man der Kopf platzt einem. In der letzten Zeit ist viel passiert. Manchmal zu viel.

Ich erzähl euch vielleicht einmal meine Geschichte. Eine junge Frau, grade 21 Jahre alt, gezeichnet von ihrer Vergangenheit.
Das Spektakel fing schon mit 14 Jahren an, bis dahin zeigte sich die Welt in ihren buntesten Farben, bevor das grau kam. Ein Grau, was doch niemals Schwarz werden soll. Jeder verliert Menschen die man liebt und sehr wert schätzt und jeder geht damit anders um. Mit 14 verlor sie jemanden, einen Menschen für den sie alles war und der für sie alles war. Es dauerte seine Zeit bis sie verarbeitete, sie nahm Wege, die nicht gut für sie waren, sie verletzte sich und damit viele andere, doch schnell merkte sie, dass es nicht gut war, den Schmerz den sie spürte auf ihren Körper zu lagern und so nahm sie sich den Mut und half genau diesen Menschen, den es genau so ging wie ihr. Zeigte anderen, dass sich hinter diesem Alltagsgrau immer noch die bunten und schönen Farben der Kindheit schlummern und das man diese nur mit Bedacht wieder zum Vorschein bringen sollte.
Sie vergaß nie, sie wird nie vergessen.
Doch sie lebt.
Erste Liebe wunderbar, jede Beziehung eines Menschen hat seine Schattenseiten, doch niemand sollte je an ihnen hängen bleiben. Geht eine Beziehung zu Bruch, so überwiegen in den ersten Wochen und manchmal auch Monaten diese Seiten, der Betrug, der Herzensbruch, die Angst.
All das wird immer erst in Trauer und Wut umgesetzt, doch man beginnt zu verarbeiten. Aus Trauer und Wut wird Zynismus, daraus entsteht Gleichgültigkeit. Doch hat man diese Phasen überwunden, schaut man auf eine Zeit zurück in der man viel gelernt hat. Gerlernt zu lieben, zu schätzen aber auch ordentlich auf die Fresse zu fallen. Es ist so Schizophren, wenn man bedenkt, dass trotz des Schmerzes irgendwann die Zeit kommt in der man dankbar ist für alles was man erlebt hat und auch dieser graue Schleier, wieder verschwindet. Jeder der schon mal Betrogen worden ist, kann sicher verstehen was ich meine.
Betrug ist die schlimmste Verletzung die man einem Menschen zumuten kann. Doch wir wachsen daran und wir lernen daraus. Das Leben zeigt und so schnell, das es zwar nicht einfach ist, doch das uns solche Erfahrungen nur Stärker machen. Haben wir nicht alle schon mal Menschen belächeln, die dieses Leid grade wieder erlebt haben und doch wussten wir tief in unserem Herzen, dass es uns schon mal genau so ging ? Genau so erging es diesem jungen Mädchen, nicht jeder kann sagen, dass seine erste Liebe nicht an der jugendlichen und naiven Vorstellung von Liebe stirbt. Aber in vielen Fällen ist es doch der Fall. Man vergleicht diese Liebe mit dem was man von der elterlichen Liebe gerlent hat. Sie ist unendlich und gut. Egal was man tut, egal wie man sich verhält, man bleibt doch immer im Herzen der die einen groß gezogen haben. Geht es einem schlecht, genauso wie wenn es einem gut geht. Heute weiß sie, es ist eine ganz andere Art von Liebe. Sie gibt, sie nimmt. Doch sie hat eine andere Basis, nicht die selbe enge Verbindung wie die elterliche Liebe und doch so wünschenswert.
Jeder möchte geliebt werden, jeder auf eine andere Art, doch das Verlangen ist im Grunde das selbe.
Jeden Tag wenn sie auf ihre Jugendliebe zurück blickt weiß die junge Frau, dass sie daraus gelernt hat und versteht sich, trotz des Schmerzes, sehr gut mit diesem Jungen, aus dem heute ein Mann geworden ist.
Niemand soll und wird diese Erinnerungen und Erfahrungen jemals rückgänig machen. 1 Jahr.- Licht und Schatten.

Zweite Liebe, Glück allein. - Heiligen Schein.
Man nimmt sich vor, beim nächsten Mal wird alles anders, überlegt doch mal, ist es das ?
Das kribbeln im Bauch ist dasselbe, bei jeder Berührung. Sei es eine zufällige oder ganz bewusst gewählte. Wenn man Verliebt ist, dann ist es doch so. Jeder kennt dieses Gefühl, was in einem aufkommt man wünscht sich dieses Gefühl wäre nicht vergänglich ... aber es ist. Leider.
Die Erinnerung an den ersten Kuss, wenn man verliebt es, wie die Lippen sich berühren, das was man sich ersehnt hat endlich erfüllt. Dieses sanfte und realitätsfremde Gefühl, es scheint alles so weit weg. Doch was ist wenn dieses Gefühl schwindet und das tut es. Jeden Tag ein wenig, wenn man ihm keinen Grund bietet, warum es bleiben soll. Manche nennen es Routine. Doch im Grunde ist es doch der unterschied zwischen verliebt und lieben. Etwas so unterschiedliches.
Ist man verliebt, kann einen der Schleier nicht einholen, es ist immer bunt, egal wie grau es wirklich ist. Verliebtheit verzeiht alles, egal wie groß oder klein die Fehler sind. Liebe scheint dagegen undankbar, ist sie aber nicht, wenn sie ehrlich ist. Doch auch ehrliche Liebe kennt ihre Grenzen, wenn man ihr keine Chance gibt.
Wir suchen doch alle irgendwie das Kribbeln wieder und kommt es nicht bei dem was wir haben, suchen wir woanders, solange bis wir gelernt haben es nicht mehr zu vermissen. Man arrangiert sich, bis man sich nicht mehr arrangieren kann. Und dann kommt es wieder. Trauer, Wut und Zynismus. Doch auch daran wachsen wir immer und immer wieder.

Das Leben gleicht, doch meist einer schlechten Seifenoper.

Und schwupps hat man während man sich mit diesen Themen auseinander gesetzt hat, wieder einen Schritt weiter.
Mittlerweile ist die junge Frau 20 Jahre alt, die Schule ist zu Ende und ein ganz neuer Schritt kommt auf sie zu und neue Erfahrungen bahnen sich ihrem Weg.

- Studieren sie doch nicht nur andere, studieren sie sich selbst.-

Es geht hier um schnelle "Liebe" und neue Bekanntschaften. Ein unaufhaltsamer Lernprozess. Da soll mal jemand sagen, der Mensch lernt nur bis zu einen gewissen Grad.
Und doch lernen wir immer und ewig. Das Internet hat uns viele Tore geöffnet, noch nie war es so einfach neue Menschen kennen zu lernen. Auch diese Frau machte ihre Erfahrungen mit dem Internet.

-Social Netzwerk oder auch der schmale Grad zwischen Realität und fremder Welt.-

Man sitzt da, ahnt nichts böses. Da steht es. Sie haben neue Nachrichten. Man dreht die Augen, im Schnitt könnte man sagen, dass sicherlich in 2 von 3 nur anzügliche, schmutzige oder einfach vollkommen widersinnige Sachen in genau diesen Nachrichten steht. Doch dann ist da diese eine übergebliebene. Ein nettes Wort, es scheint ehrlich. Man überprüft das Profil und findet vielleicht doch etwas Interesse. Man antwortet. Und da beginnt der Kreislauf. Man unterhält sich nett, Messenger wie Skype, ICQ, MSN machen es möglich, dass man sich vielleicht auch sieht, obwohl man Kilometer von einander getrennt ist, meint man den anderen zu kennen und ihm doch so nah zu sein.

-Trugschluss oder Wahrheit ? -

Mit viel Glück lernt man sich auch in der Realität kenne, aber geht man nicht ein großes Risiko ein, hunderte Kilometer zu fahren, um am Ende doch verletzt zu werden ? Ja, man weiß das auch, doch man geht es doch so gerne ein. Wie eine Droge man weiß, dass es schlecht sein kann und dennoch nehmen wir sie, weil der Moment doch so unglaublich schön scheint. Ich will nicht sagen, dass es keine Liebe durch Internet gibt, das wäre gelogen. Doch in wie viele Fällen geht es schief ? Meist geht es doch nur um schnellen Sex. Denn Gefühle übers Internet vorgaukeln ist doch so einfach, denn es ist so dankbar. Hat das wahre Leben einen Ignorebutton oder kann man sein Leben schnell löschen und im selben Moment wieder eröffnen und die Erinnerungen und Personen darin einfach löschen ? Nein.
Ich finde nichts auszusetzen an schnellem Sex, warum auch, wenn man weiß was man tut, ist das Internet sehr gut dafür geeignet. Die Menschen die man dort kennen lernt, haben meist nicht im entferntesten etwas mit seinem eigenen Freundes und Familienkreis zutun. Man kann sich ausleben ohne das andere davon erfahren und gleich einen Stempel aufgedrückt zu bekommen und man kann sie so einfach los werden.
So erging es auch der jungen Frau von der wir sprechen. Doch da war es wieder, die Gefühle, die sie in ihre nächste Erfahrung stürzten.

- Der reizende Fremde im Internet, der einen doch um den Finger wickelt.-

Nächte lange Skypesessions, tägliche SMS, ständig schaut sie auf ihr Handy ob doch wieder eine Nachricht da ist. Und sie wird nicht enttäuscht. Das erste Treffen, ein Traum, man will sich nicht los lassen, nicht nach Hause und tut es doch. Und dann kommt es doch, wie es kommen muss. Jedes mal eine andere Sache warum man sich nicht sehen kann. Das "Schicksal" . Ja, Ja. Naja, es gibt ja noch das Netz und das Handy. Doch auch da, aus jeden Tag, wird jeder zweiter, daraus einmal die Woche und so weiter, bis man sich vergessen hat. Und selbst wenn man sich nicht vergisst. Sucht man doch immer wieder eine Ausrede für sich selbst. Vielleicht ist es ja wirklich so, vielleicht stimmt es was er sagt. Die Arbeit, der Stress, Krankheit oder sonst was. Man meint wir würden lernen, tuen wir zwar, aber manchmal auch erst nach dem 5ten mal. Der Schein trügt, doch die Realität holt und früher oder später, dann doch wieder ein. Scheiß Gefühl. Man lernt damit umzugehen, die Hinterhand ist offen, denn da sind noch so viele andere Menschen, die man kennen lernt und die es wert sind, ihnen einen Teil seine, doch so kostbaren Zeit zu schenken.

- Erfahrung macht uns reich, doch wie lang hat man Zeit ? -

Diese junge Frau, führt so sollte man meinen 3 Leben auf einmal. Ihr wahres Leben, mit Familie und dem doch so festen Freundeskreis, den sie sich von Kindheit an aufgebaut hat.

Ihr Leben im Internet, in Portalen und anderen Sachen.

Und ein drittes Leben, ein Leben wo sie ist, wer sie sein will. Wo sie mit ihren Reizen spielt, nicht so weit weg von ihrem ersten Leben und doch nicht so nah daran, dass sich diese beiden Leben kreuzen. Sie berühren sich nur sachte. Wie zwei Fremde, die sich im vorüber gehen streichen, ein flüchtiger Blick und doch aneinander vorbei gehen.

Und wieder ist alles Bunt und schön. Solange bis der nächste Nebel kommt und doch wird dieser wieder vorbei gehen.



-- doch es geht mir gut.
1.3.11 04:54


Werbung


Tage wie diese.

Mit dem Kopf durch die Wand...

Ein Samstag, an dem man denkt, man kann doch nicht mehr normal sein, dieses Problem hat jeder sicherlich mal, zumindest dachte ich das bis zu diesem Zeitpunkt. Alles fing ganz harmlos an, nachdem ich mich um die Pferde gekümmert hatte, habe ich beschlossen auf den örtlichen Weihnachtsmarkt zu gehen, wie schon seit Wochen geplant. Ein paar Glühwein würden meine, zu dem Zeitpunkt eh schon nicht so gute Laune sicherlich aufbauen.
Wie sehr man sich doch irren kann. Ein Freund nennen wir ihn an dieser Stelle mal Basti, mit dem ich mich genau für diesen Tag verabredet hatte ließ mich mal wieder im Stich. Er ist so einer von der Fraktion Mann, die wirklich nett und zuvorkommend sind, aber wenn man sich verabredet, in 80 % der Fälle ein paar Stunden vorher absagen. Eigentlich war ich das gewohnt, ich kannte es ja kaum anders, dennoch war ich gekränkt, was meine Laune natürlich nicht weiter in den Himmel hob.
Es war circa 16 Uhr als ich alleine auf dem Markt aufschlug um Ausschau nach Leuten zu halten die ich kenne, auf einem Dorf wie unserem durchaus keine Seltenheit. Und so war es kein wunder das es kaum eine Stunde dauerte bis die ersten antrudelten und mit sichtlich besserer Laune als ich den Glühwein genossen. Ich gesellte mich zu ihnen, hier ein Schwätzchen dort ein Witz und auch die ersten Becher Glühwein verfehlten ihre Wirkung nicht, man sollte meinen er wäre dafür gemacht.
Die erneute Absage von Basti saß mir zu diesem Zeitpunkt immer noch sehr bitter im Nacken, so bitter, dass ich meine gute Freundin fast vergessen hätte, doch dann klingelte mein Handy. Anni meldete sich umgehend um die Planung des Abends, so wie sie nun mal war, vollkommen über den Haufen zu werfen. Denn so ist sie, dafür hasse ich und liebe ich sie. Ihre vollkommen lustige Art und Weise, meine gesamten Planungen durcheinander zu werfen. Ja so ist sie. Aber was will man schon nach 10 noch auf einem Weihnachtsmarkt, wo ich doch so oder so um 6 Uhr schon knapp 4 Glühweine im Rachen, nicht mehr so wirklich verlässlich bin, dennoch versprach ich ihr wenn ich Ines, eine unserer Freundinnen getroffen hatte mich bei ihr zu melden. Guter Vorsatz, schlecht Umsetzung, sei an diesem Punkt vermerkt, denn dies sollte gründlich in die Hose gehen, denn vorerst sollte mir Ines nicht über den Weg laufen. Es wurde voll auf dem Markt, bewegen war kaum noch möglich, also stand ich wie festgewurzelt bei denen die sich mehr oder minder darauf eingelassen hatten mit mir zu trinken, doch wer trinkt, der muss auch mal und so kam es dazu das Marius traf. Einen jungen Mann Anfang 30, den ich blind von meinem Vorhaben in der Tür zur nächsten Gaststätte fast umgerannt hätte. Die Blicke streiften sich nur kurz, ein Lächeln, ein kurzer Kommentar und so verschwand ich hinter der Tür die mich nur noch wenige Meter von der Toilette trennte. Noch ahnte ich nicht, dass diese Begegnung meinen Abend kolossal verändern sollte. Zurück ging der Weg zu denen die, die letzten Stunden mit mir verbracht hatten. Doch ich stellte fest sie wahren weg. Suchend machte ich mich auf den Weg und landete Umgehend wieder in Marius Armen, so kam es das wir uns nun länger unterhielten. Eigentlich ein ganz netter Mann, vielleicht ein wenig zu alt für mich. Aber nett. Ich lernte just seine Begleitung für diesen Abend kennen, sein Vater und ein Arbeitskollege und wir tranken. Anni hatte ich mittlerweile total vergessen. Das würde mir später noch ziemlich nachhängen.
Um uns aufzuwärmen führte der Weg in die Kneipe, sachte Berührungen von Marius ließen mich ahnen, was er vor hatte, doch ich hatte ein schlechtes Gefühl, denn im vorhinein hatte er mir erzählt, dass sein Ruf nicht der beste wäre. Und genau das beschäftigte mich, einerseits mag ich es, wenn jemand ehrlich ist und gebe nichts auf dummes Geschwätz der anderen, auf der anderen Seite machte ich mir ein wenig sorgen, mich einfach auf einen wildfremden Menschen einzulassen. Aber Hey, ich bin nur einmal jung, rannte mir durch den Kopf. Keinerlei Verpflichtung, was wollte ich mehr. Er küsste mich, es war einer von diesen feuchten Küssen, die ich eigentlich nicht ausstehen kann, wobei ich gelernt habe, dass betrunkene Menschen eh meist sehr feucht küssten und so ließ ich mich auf das Spiel vorerst ein. Doch das Spiel fand rasch ein Ende, als mein ungutes Gefühl mich wieder einholte. Also sprang ich auf und wollte meine Freunde suchen, nur kurz nachdenken. Und traf Niko draußen vor einem der Glühweinstände, die Beziehung zwischen mir und Niko ist etwas schwierig. Ich denke wir mögen uns, wir teilen die gleichen sexuellen Vorlieben, doch nur im Kopf trauen wir uns weiter, als wir in der Realität gehen würden. Niko ist ein attraktiver Mitzwanziger, Rockabilly geprägt und eigentlich nur halb so hart wie er es außen vorgibt. Aber das weiß keiner, nicht mal ich sollte das wissen, doch nach einigen privaten Treffen hatte ich das wohl doch rausbekommen. Und wir tranken, irgendwann brauchte ich aber ruhe, ich hatte schon viel Schwachsinn von mir gegeben, wie das im Alkoholtaumel von mir sicherlich bekannt ist. Ich bad Niko mit mir zu gehen. Nur eine Runde durch den Park, dabei sollte es auch bleiben, kurzes Aufwärmen inklusive. Heute komme ich mir dabei komisch vor, weil ich mich für mein Verhalten schäme, was der Alkohol aus Menschen macht. Ich persönlich bekomme, dann immer eine große Klappe, aber ich weiß nicht, ob die Menschen mich, wie ich es mir bei Niko vorstellen kann, ernst nehmen. Nimmt er mich ernst hat er jetzt sicherlich ein denkbar schlechtes Bild von mir und alle die mit in dieser Runde standen. Dafür entschuldige ich mich aufrichtig und gelobe Besserung.
Marius hatte ich derweil eigentlich für mich gestrichen, das Versteckspiel begann würde ich in seine Finger laufen, hätte ich wohl verloren und genau so geschah es. Ich versprach ihm, mehr widerwillig mit ihm und seinem Vater nach Hause zu fahren, nur kuscheln. Wir Frauen sind uns dieser Aussage durchaus bewusst, nur kuscheln ist wie DVD-Abend, ein bekanntes Synonym für Sex. Meine lieben männlichen Leser, wir sind nicht blöd, wer will schon wenn Mann getrunken hat, nur kuscheln. Niemand. Eigentlich war es an der Zeit die weiße Fahne zu hissen und den Rückzug nach Hause anzutreten, aber da hatte ich die Rechnung ohne Marius gemacht. Den Fluchtgedanken immer noch hegend, rief ich ein Taxi und stieg mit ein. Ich hatte keine Ahnung mehr wie ich mich aus dieser Situation noch retten sollte, also ergab ich mich meinem Schicksal und stieg in einem anderen Ort zusammen mit Marius aus dem Auto und begleitete ihn in seine Wohnung. Schöne Wohnung faszinierend aufgeräumt für einen Mann. Anfangs machte es tatsächlich noch den Eindruck, dass es nur ums kuscheln ginge, aber ich sollte mich nicht irren. Schnell waren wir im Bett verschwunden. Lagen Arm in Arm im Bett und schliefen zügig ein, aber in fremden Betten schläft es sich schlecht. Das weiß wohl jeder und so kam es, dass wir beide bald wieder wach wurden. Aus dem Kuscheln wurde sexuelle Handlung. Gott war mir an diesem Wochenende nicht gnädig, ihr wisst sicher was das heißt, ja ich hatte Besuch und das war Glück im Unglück. Alkohol macht gefügig. Aber ich konnte und wollte auch nicht weiter gehen. Geschickt versuchte ich immer wieder ihn davon abzuhalten in meinen Schritt zu greifen, Frau fühlt sich dabei einfach nicht wohl. Ich versuchte ihn anderweitig zu beglücken. Ein bisschen streicheln an den Richtigen Stellen. Ein geschicktes Mundwerk. Aber das ist nicht immer ganz einfach, wenn man eigentlich schlagskaputt ist und ziemlich unbequem und verdreht im Bett liegt. Es kann die Hölle sein, auch wenn ich nicht zu der Art von Frauen gehöre, die so was generell nicht gerne machen. Um 8 hielt mich nichts mehr im Bett, ich wollte nur noch heim, meine Mutter vermisste mich sicherlich schon und auch so wartete noch genug Arbeit auf mich. Zu viel Arbeit. Widerwillig bewegte sich auch Marius aus dem Bett. Wir waren beide noch lang nicht im Stande Auto zu fahren, er bot mir an ein Taxi zu rufen, doch der Alkohol macht nach einiger Zeit auch mir einen Strich durch die Rechnung. Die Kopfschmerzen waren fast unerträglich und auch die Müdigkeit holte mich schnell wieder ein, bei ihm sah es nicht anders aus, wir ähnelten beide einem Schiff, dass im Unwetter dem Untergang geweiht war und so schliefen wir auf dem Sofa wieder selig ein. Bis 12 Uhr Mittags. Ich wurde wach, sah die Zeit schon nur davon rennen und versuchte vorsichtig Marius dazu zu bewegen mich Richtung Heimat zu bewegen, wirklich begeistert sah er nicht aus, aber er tat wie befohlen und fuhr mich in seinem schicken Auto nach Hause. Ich sage nur so viel zu dem Heimweg. „Willst du meine Nummer?“ ist so eine absurde Frage Jungs. Entweder sagt ihr „ Ich gebe dir meine Nummer, du kannst dich ja mal melden wenn du willst.“ Oder ihr lasst es einfach. Dieser Satz ist so abwertend. Eigentlich sagt er mehr oder minder „Naja ich will ja nicht, dass du dir wie eine Hure vorkommst, also biete ich es dir mal an, aber eigentlich will ich gar nicht, dass du dich bei mir meldest.“ Manchmal macht es dir Wortwahl, auch wenn man mit Restpromille und einem dicken Kater, dabei nicht immer so geschickt sein kann, man sollte es, wenn man nicht will das Frau sich dumm vorkommt. Ich mag Marius, nur kann ich ihn schlecht irgendwas zu ordnen. Er ist nicht wie ein ONS gewesen, eine Affäre daraus aufzubauen, wäre mir nicht lieb. Eine Beziehung, nein, ja, nein, schwierig und nach diesem Satz auch eigentlich nicht mein Ziel. Ich habe seine Nummer, vielleicht werde ich mich melden, ich will ja auch nicht, dass sich jemand von mir verarscht vorkommt. Aber ich bin mir zu unschlüssig. Abschließend sollte ich erwähnen, dass seine Küsse im relativ nüchternem Zustand an Qualität gewonnen haben.

Die Nachrichten die mich von Ines ereilten, bekam ich leider erst als ich dann wider zu hause war und meiner Mutter schuldete ich, eine etwas abgewandelter Art der vergangenen Nacht als Erklärung.

Prinzipiell :

Ich bin nur einmal Jung, aber auch eigentlich niemand für eine Nacht, ich will das nicht sein. Jeden Morgen such ich mir eine dieser vielen Masken aus, die mich über den Tag begleiten sollen, habe ich eine passende gefunden, bleibt sie bestehen. So schizophren das auch klingt. Manchmal wundere ich mich, was ich noch an Persönlichkeiten in mir stecken habe, die ich selber bis dahin nicht gekannt habe.

Marius, falls du das je liest, es war am Ende trotz Zweifeln eine angenehme Nacht mit dir, die ich keines Wegs bereue.

Es tut mir leid, für alle, die ich auf irgendwelchen Wegen belästigt habe.


... Adrenalin
30.11.10 18:24





Gratis bloggen bei
myblog.de


überarbeitet von Homepagehilfe